Folge 10: „Meine Tochter hat viel geheilt“
Shownotes
In der heutigen Podcastfolge von „überLeben“, dem RZ-Podcast über Tod und Trauer geht es um das Thema Sternenkinder. Erst seit einigen Jahren bekommt dieses Thema einen Platz in der Gesellschaft. Vera Zens ist in dieser Podcastfolge bei Host Nina Borowski zu Gast. Die ehemalige Pfarrerin setzt sich für das Thema ein. Denn Sie weiß, wie es sich anfühlt.
Vera Zens wusste schon als Kind: Ich möchte Pfarrerin werden. Sie studiert evangelische Theologie und arbeitet in Trier als Pfarrerin. Nach der Geburt ihres Sohnes möchten ihr Mann und sie noch ein weiteres Kind. Weil die erste Schwangerschaft völlig problemlos verlaufen ist, ist es für Vera Zens gar nicht im Rahmen des Möglichen, dass es beim zweiten Mal anders sein könnte. Während eines Kontrolltermins beim Frauenarzt bekommt sie dann die Nachricht, dass es keine Herztöne mehr gibt und ihr Baby gestorben ist. Vera Zens trifft diese Nachricht völlig unvorbereitet. Und nicht nur das. Es folgen drei weitere Fehlgeburten innerhalb von zwei Jahren. Diese Zeit verändert für Vera Zens alles. Sie findet keinen Halt mehr in ihrem Glauben. Nach der Geburt ihrer Tochter, ihrer sechsten Schwangerschaft, die gut verläuft, weiß sie: „Für mich gibt es kein Zurück in den Pfarrberuf.“ Ein großer Schritt. Doch heute weiß die junge Mutter: „Das war mein Weg“ und ergänzt: „Meine Tochter hat natürlich auch ganz viel geheilt.“
Zens arbeitet heute als freie Rednerin und begleitet Beerdigungen, Hochzeiten und Willkommensfeiern. „Ich mache all die Dinge, die ich als Pfarrerin immer besonder gern mochte. Ich begleite Menschen“, sagt sie. Dazu leitetet sie eine Gruppe für Mütter von Sternenkindern. Sie möchte das Thema sichtbar machen und den Müttern zeigen, dass sie damit nicht alleine sind. Vera Zens sagt heute: „Ich liebe das Leben in all seinen Facetten. Alles gehört dazu. Momente voller Freude und Glitzer und Zeiten, in denen es schwer ist.“
Das ganze Gespräch gibt es ab sofort im Podcast.
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Mehr Infos zur Arbeit von Vera Zens gibt es auf ihrer Website oder ihrem Instagram-Account
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Transkript anzeigen
00:00:01: Diese Idee, das Kind ist vielleicht zu den Sternen gereist.
00:00:06: Das steckt ja da so drin.
00:00:07: Das gibt auch vielen Eltern ein bisschen Hoffnung.
00:00:10: Es hat mir richtig den Boden unter den Füßen weggezogen.
00:00:13: Also es war wirklich ... Das kam so aus dem Nichts weil für mich irgendwie klar, man wird schwanger und dann bekommt man am Ende ein gesundes Kind und geht mit ihm nach Hause und alles läuft so.
00:00:24: Und dass es so anders war.
00:00:26: und dann auch gleichzeitig die Frage warum habe ich was falsch gemacht?
00:00:31: Man wird so reingeschmissen in eine Situation, die man sich nicht ausgesucht hat.
00:00:36: Und das Leben zeigt einem mal mit Brutalität schon auch du hast hier nix in der Hand.
00:00:44: Aber meine Tochter hat natürlich ganz viel geheilt für mich.
00:00:48: Meine Tochter, die ja auch nicht da wäre wenn eins von den anderen Kindern geboren worden wär.
00:00:55: und das ist für mich manchmal ein erschreckender Gedanke aber auch ein total tröstlicher.
00:01:01: Ich würde mir wünschen, wenn eine Frau erfährt, dass ihr Baby gestorben ist.
00:01:06: Dass sie gleich Hilfen an die Hand
00:01:08: bekommt.".
00:01:11: Was?
00:01:11: Wenn das Leben von einem Moment auf den anderen aus dem Fugen gerät?
00:01:16: Der Tod reist oft eine Lücke hinterlässt Lehre.
00:01:19: und dann Wie gehen wir mit den Themen tot und trauer um?
00:01:24: kann man richtig oder falsch trauern?
00:01:26: Und wie nimmt man eigentlich Abschied.
00:01:29: Als Journalistin habe ich schon oft über menschliche Schicksale berichtet, doch dieses Mal ist es anders.
00:01:36: Dieses mal ist es auch meine Geschichte oder vielmehr die Geschichte meiner Mutter und mir!
00:01:43: In diesem Podcast rede ich mit unterschiedlichen Gesprächspartnern über das Ehrleben und das Überleben von Schicksalsmomenten.
00:01:52: Wir wollen die Themen Tod-und Trauer sichtbar machen denn sie betreffen uns alle und werden leichter wenn man darüber spricht.
00:02:00: Mein Name ist Nina Borowski und ich begleite euch durch die Gesprächsreihe Überleben.
00:02:06: In der Folge heute habe ich ein Thema mitgebracht, was vor allem für viele Frauen noch ein Thema ist über das sie nicht offen sprechen bei dem Trauer oft keinen Platz hat.
00:02:18: in dieser Folge sprechen wir über Sternenkinder Und das mache ich heute nicht alleine, sondern mit Vera Zenz zusammen.
00:02:26: Hallo Vera!
00:02:26: Schön dass du heute bei mir bist.
00:02:28: Hallo Nina, ich freue mich jetzt zu sein.
00:02:32: Vera bevor wir ins Gespräch gehen würde ich dich gerne ein bisschen vorstellen und auch unseren Hörerinnen und Hörern sagen warum ich gerade Dich für dieses Thema eingeladen habe.
00:02:41: Wir haben uns zum Vorgespräch getroffen und da hast Du mir schon einiges aus Deiner Geschichte erzählt die ja sehr eng mit diesem Thema verwoben ist.
00:02:49: Du hast eigentlich evangelische Theologie studiert, hast einige Jahre in Trier gearbeitet und hast dann euren Sohn bekommen.
00:02:59: Und deinem Mann und dir war danach klar, dass eure Familie weiterwachsen darf und ihr gerne noch ein Kind bekommen möchtet.
00:03:06: Deine erste Schwangerschaft hast du erzählt ist total unproblematisch verlaufen und du bist mit diesem Gedanken auch in die zweite gegangen.
00:03:16: Und ja, es hat dich ziemlich unvorbereitet getroffen.
00:03:19: Dass die zweite Schwangerschaft aber ganz anders verlaufen ist.
00:03:21: du hast das Kind verloren.
00:03:23: und Ja nicht nur dass Du hast dann innerhalb von zwei Jahren vier Fehlgeburten gehabt und Das hat wirklich dein ganzes Leben auf den Kopf gestellt.
00:03:32: Es war eine super schwierige Zeit für Dich.
00:03:35: Du hast kaum Trost gefunden.
00:03:37: Du hast auch in deinem Glauben nicht wirklich halt gefunden damals und das hat letztendlich dazu geführt Ja, einmal alles auf links gedreht hast.
00:03:47: Du hast in letzter Konsequenz dein Fahrberuf aufgegeben.
00:03:51: ihr seid als Familie in die Eifel gezogen und du bist dann nochmal schwanger geworden.
00:03:57: deine sechste Schwangerschaft mit deiner heutigen Tochter.
00:04:00: es ist alles gut gegangen.
00:04:03: Du arbeitest heute als freie Rednerin, begleitest Menschen in schwierigen Lebensphasen und hast dir das Thema Sternenkinder auf die Fahne geschrieben.
00:04:10: Und setz dich dafür ein dass es sichtbar wird, dass es hörbar wird ,dass Menschen untereinander in Kontakt kommen.
00:04:17: Währer wenn man das so hört sind das wahnsinnig bewegende Jahre die du selber mitgebracht hast.
00:04:24: da würde ich gleich sehr gerne mit dir eintauchen und dich erzählen lassen wie das war.
00:04:30: Bevor wir das aber machen, würde ich mit dir gerne einmal auf den Begriff Sternenkind schauen.
00:04:35: Was ist das eigentlich?
00:04:37: Was versteht man darunter?
00:04:39: Also ein Sternenkind wird ich sagen is'n Kind des Stirb bevor es auf die Welt kommt.
00:04:45: Das wird meistens als SternenkIND bezeichnet und soll glaube ich auch so n bisschen schon ne Hoffnung in sich tragen.
00:04:52: dieser Begriff ja also diese Idee Und das Kind ist vielleicht zu den Sternen gereist.
00:04:57: Das steckt ja da so drin, das gibt glaub ich auch vielen Eltern ein bisschen Hoffnung weil es ganz lange einfach gar keine Sichtbarkeit, gar keinen Namen für solche Kinder gab.
00:05:08: die wurden entsorgt manchmal wenn sie in der Klinik geboren worden sogar mit dem Müll entsorgt und das hat sich zum Glück ja gewandelt in den letzten Jahren.
00:05:18: also Sternen-Kinderkinder während der Schwangerschaft noch versterben, egal aus welchem Grund.
00:05:24: Die können bestattet werden.
00:05:26: Da gibt es nochmal so einen kleinen Unterschied.
00:05:27: Es gibt Kinder die können und Kinder die müssen bestattelt werden.
00:05:31: das hat mit dem Gewicht der Kinder zu tun.
00:05:33: da ist so die Grenze.
00:05:35: bei fünfhundert Gramm liegt die glaube ich Und vorher darf man sein Kind bestatten lassen wenn man das möchte.
00:05:43: Es ist noch relativ unbekannt.
00:05:45: Also ganz viele Mütter, Eltern die wissen gar nicht darum das ging mir selber auch so.
00:05:49: also meine Kinder sind auch nicht bestattet einfach weil ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht habe.
00:05:54: Ich war dann im Krankenhaus bei der Ausschabung oder ein Kind hab ich auf der Toilette verloren und da war ich gar nicht so mit diesem Thema.
00:06:03: achte ich könnte mein Kind ja vielleicht irgendwo hin bringen, mitnehmen und ein Ort haben wo ich das besuchen kann.
00:06:10: Und so geht es glaube ich ganz vielen Eltern und gleichzeitig wächst aber schon auch die Sensibilität, das merke ich schon auch dass das Eltern auch vorgeschlagen wird und dass sie das auch immer mehr annehmen was total schön ist.
00:06:23: also zum Beispiel die Möglichkeit, so eine Sammelbestattung.
00:06:26: Das machen Krankenhäuser manchmal einmal im Quartal oder im Halbjahr das Handhaben, die ganz verschieden.
00:06:32: Oder tatsächlich dann auch dass der Bestatter kommt, manchmal ein kleines Körbchen dabei hat oder wirklich auch so ein ganz kleines Holzkästchen, das von Ehrenamtlichen ausgekleidet wird und dann habe ich jetzt auch schon in diesem Jahr solche Bestattungen, solche Beerdigungen begleitet und das ist auf jeden Fall schön!
00:06:53: dass es das gibt.
00:06:54: Ja, und ich stelle mir das auch als sehr wichtig vor für die Eltern, um es einfach greifbar zu machen?
00:07:04: Ich glaube schon der eine Punkt ist man kann Abschied nehmen Man hat noch mal was in der Hand.
00:07:11: Ich geb den Eltern oft dieses Kästchen in die Hand, bevor wir es dann in die Erde lassen und lasse jetzt nochmal in den Arm nehmen.
00:07:18: einfach wirklich wie so ein Abschied.
00:07:20: Und man hat halt auch einen Ort.
00:07:22: Ganz oft haben natürlich Familien zu Hause vielleicht ... Ecke auf dem Schrank oder irgendwo wo es schön ist mit einer Kerze, vielleicht ein Ultrascheibild je nachdem.
00:07:32: Vielleicht auch mit einem Fotos gibt ja ganz toll so Sternenkind-Photografinnen und Fotografen die auch ins Krankenhaus kommen Bilder machen von den Familien mit ihrem Kind.
00:07:42: aber so einen Ort wo man weiß da ist noch ein Stück vor meinem Kind.
00:07:47: Da ist nicht nur mein Gedanke, mein Herz sondern da ist wirklich mein Kind auch irgendwo.
00:07:51: das macht nochmal eine Verbundenheit Und das hilft auch einfach da hingehen zu können, vielleicht noch mal ein Blümchen dahin zu legen oder einen Spielzeugauto hinzubringen.
00:08:00: Das ist schon schön!
00:08:02: Ja jetzt ist es ja so dass du dich mit dem Thema eben auch besonders gut auskennst weil du weißt wie es sich anfühlt.
00:08:11: Vier Fehlgeburten in zwei Jahren wäre das echt richtig schlimm schwierig, magst du da mit mir in deine Geschichte eintauchen?
00:08:21: Du hattest mir im Vorgespräch eben von der ersten Schwangerschaft erzählt die so völlig problemlos gelaufen ist und wie du dann mit diesem Wissen in die zweite reingegangen bist.
00:08:31: Und dann wann kam der Moment wo du gemerkt hast oh nee das ist jetzt aber doch irgendwie anders.
00:08:37: Ja ich kann mich noch relativ gut erinnern Ich war bei der Frauenärztin gewesen Da hatte man auch schon Herzschlag hören können.
00:08:46: Ja, ich hatte das ja glaube ich auch schon mal erzählt.
00:08:48: für mich diese Möglichkeit.
00:08:50: Dass ein Kind in der Schwangerschaft stirbt die war gar nicht auf dem Tableau der Möglichkeiten.
00:08:55: Das war so weit weg und dann war ich beim nächsten Ultraschalltermin Und die Ärztin schalte und dann habe ich schon ihr besorgtes Gesicht gesehen und kriegte schon einen Klos im Hals und dachte und hab dann gefragt was ist denn los?
00:09:08: Und sie sagte ja irgendwie finde ich keinen Herzschlag Ja, machte dann so eine Pause-Schalte nochmal und dann hat sie mir auch gesagt dass die davon ausgeht das Kind halt gestorben ist.
00:09:21: Und das war so richtig... Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
00:09:25: also es kam wirklich aus dem Nichts weil für mich irgendwie klar man wird schwanger und da bekommt man am Ende ein gesundes am besten Kind und geht mit ihm nach Hause und alles läuft so und das ist so anders wahr?
00:09:39: Dann auch gleichzeitig die Frage, warum hab ich was falsch gemacht?
00:09:42: Hab dann noch gleich gefragt.
00:09:44: Waren das Weichlaufen wahr?
00:09:45: Hab ich was Falsches gegessen und habe zu viel Stress gehabt.
00:09:48: Also diese Suche nach einem Grund ... Wir haben gar keinen Grund gefunden.
00:09:54: Ja, und das war schon heftig.
00:09:57: Ich bin da mit Tabletten nach Hause gegangen, sollte die Tablette nehmen um quasi wehen und einen Geburtsvorgang einzuleiten Und hab das Kind dann auch zuhause eine starke Blutung bekommen
00:10:07: Oh Gott ja.
00:10:08: Und das hat aber schon gedauert und war dann auch sehr langwierig.
00:10:13: Es ging wohl nicht alles richtig ab, ich musste dann, erinnere mich noch vier Monate lang fast immer alle zwei Wochen zur Blutkontrolle.
00:10:21: Weil man ja so einen HCG-Spiegel im Blut anzeigt eben ob man schwanger ist oder nicht daran kann man das auch ganz gut sehen der viel immer nicht richtig abging nochmal hoch und da hatte ich auch gar nicht so richtig die Möglichkeit das dann mal los zu lassen.
00:10:36: Ja und beim zweiten Mal war es eigentlich ähnlich.
00:10:39: Da hat sie dann auch irgendwann gesagt, dass die Fruchthöle ist zwar da was wächst nichts mehr und da hatte ich dann tatsächlich eine Ausschreibung im Krankenhaus.
00:10:50: Was ich mit die schwierigste schlimmste, ich weiß gar nicht schwerste Erfahrung in dem ganzen Pfand also das in dieses Krankenhaus zu gehen und zu wissen Ich bin jetzt hier damit die mein Baby rausfohlen, was gestorben ist.
00:11:06: Und ich weiß noch genau, mir schrieb so eine OP-Schwester ... Ich weiß gar nicht genau, wer es war mit einem äh, den ganz groß Abrasio auf dem Bauch.
00:11:15: Oh Gott!
00:11:15: Also Ausscharbungen und ich erinnere mich noch, ich stand dann tagelang später noch unter der Dusche und das ging nicht richtig ab...
00:11:22: Oh Gott, das ist ja schlimm.
00:11:24: Das war wirklich furchtbar um auch wenig Empathie.
00:11:29: Ich wollte
00:11:29: grad sagen, ja?
00:11:30: Ja die Schwester fragte mich nur warum ich den weinen würde weil es wäre ja noch gar nicht so richtig.
00:11:36: und das ist was ich glaube dass erleben ganz viele Frauen zu diesem Schmerz der sowieso da ist um das Kind dass man verliert diese Verletzung, die gar nicht gewollt sind.
00:11:47: Die aber von außen ganz oft kommen.
00:11:49: also ich höre das so oft von Frauen dass sie sagen boah meine Schwiegermama hat da irgendwas gesagt oder meine Freundin... Also das ist gar nicht mal nur medizinisches Personal wo man ja noch sagen könnte okay Das ist nun mal den ihr Alltag die sind da vielleicht auch mit einer gewissen Routine die ja auch angebracht ist bei der Sache.
00:12:08: Aber ja das erleben viele Frauen und das war das fand ich auch wirklich schlimm Und die beiden fehlgebunden danach, da musste ich nicht mehr ins Krankenhaus.
00:12:16: Bei dem vierten Mal bin ich auch gar nicht mehr zur Gynäkologin gegangen.
00:12:20: Da hatte ich für mich entschieden ... Ich geh vor der achten Woche oder neunten Woche nicht, weil ich dieses auf und ab gar nicht wollte.
00:12:27: Und da hab' ich dann schon schnell gemerkt, ähm... Ich habe Bauchkrämpfe bekommen so in der siebten Woche würde ich sagen.
00:12:35: Dann ist es zu Hause einfach ohne Tabletten passiert?
00:12:38: Ja!
00:12:39: Aber das war schon ... Also ich hab jetzt in der Vorbereitung auf unseren Gesprächen noch mal, ich schreib relativ viel Tagebuch und meine alten Tagebücher reingeguckt.
00:12:47: Und hab gedacht, boah!
00:12:48: Das war schon so eine richtig dunkle Zeit.
00:12:51: also da konnte ich in meinen eigenen Worten diesen Schmerz die Verzweiflung, das konnte ich nochmal so richtig nahe gegen mir das nochmal um alles was sich da so verloren hatte.
00:13:05: Konntest du das in derzeit?
00:13:07: Teilen, also mit deiner Familie?
00:13:09: Mit Freunden.
00:13:10: Wie bist du damit
00:13:10: umgegangen?".
00:13:11: Also ich hab schon davon erzählt ... Ich hatte ja auch einen Sohn schon und der hat das natürlich auch mit gekriegt.
00:13:17: Warum ist Mama jetzt traurig?
00:13:19: Das
00:13:20: war auch schon schwierig.
00:13:21: dann spielen wir legt und auf einmal bricht die Mama da in Tränen aus Und da habe ich schon auch drüber gesprochen Aber ich würde sagen gar nicht so viel.
00:13:33: Also es wussten schon alle Bescheid, dass das passiert ist.
00:13:35: Das war mir auch wichtig.
00:13:37: Ich habe das auch an der Arbeit meinen Kolleginnen und Kollegen gesagt aber ja, dass ich mir Hilfe geholt hab.
00:13:44: im ersten Moment, war das noch gar nicht So.
00:13:46: also ich habe sogar tatsächlich in dieser Zeit noch Abschiedsgottesdienste für Eltern von Sternenkindern gestaltet.
00:13:56: Also ich kann auch rückblickend gar nicht so genau sagen, warum.
00:13:59: Weil ich ja sogar mit dieser Gruppe die in Trier, die Sternenkinder begleitet zusammengearbeitet habe.
00:14:05: irgendwie hab' ich vielleicht gedacht, ich brauch keine Hilfe.
00:14:08: Ich schaff das alleine.
00:14:09: manchmal hat man da ja so in dem Moment einfach keine Antenne für den eigenen Schmerz.
00:14:15: Ja.
00:14:15: Ich weiß nur es war wirklich schwer.
00:14:17: Mhm.
00:14:18: Ja, das glaube ich dir gerne!
00:14:20: Wann kam der Punkt dazu, dass du gemerkt hast.
00:14:23: Du findest wirklich gar keinen Trost mehr und vor allem auch dein Glaube gibt dir kein Halt mehr weil vielleicht holen wir da noch ein bisschen aus?
00:14:32: Du hattest mir im Vorgespräch so schön erzählt das ist für dich völlig klar war du wirst Pfarrerin!
00:14:40: Ja, tatsächlich wusste ich das irgendwie schon immer.
00:14:42: Ich habe in der Grundschule, wo wir mal so ein Bild malen sollten, was wir werden sollen, da hab' ich mich gemalt mit einem schwarzen Dreieck und das war dann ich als Pfarrerin.
00:14:53: Mein Opa war halt Pfarrer und den habe ich erlebt, fand es immer toll und ich wollte eigentlich richtig etwas anderes nie werden!
00:15:01: Und ich weiß, einer von meinen Uni-Professoren hat mal gesagt.
00:15:05: Ich habe noch nie jemand erlebt der so wie an der Schnur gezogen diesem
00:15:08: Wunsch folgt und... Ja?
00:15:11: ...ich hab auch immer gerne als Fahrerin gearbeitet.
00:15:14: Fand das ein total sinnvollen Beruf aber als sich dann selber in diese Krise kam da hab' ich gemerkt es trägt mich nicht also dass was ich den Menschen beim Sterben, beim Abschied nehmen erzählt habe, das hat mir gar nicht geholfen.
00:15:29: Und es war aber auch gar nicht so dass ich das Bedürfnis hatte mich an diese Adresse Gott zu wenden.
00:15:35: Ich kann auch gar nichts zurückblicken genau sagen warum?
00:15:38: Ich hatte parallel zufälligerweise gerade eine Fortbildung gemacht in der Acceptance and Commitment Therapie.
00:15:44: Das ist so ne Therapieform die sich relativ viel mit Achtsamkeit beschäftigt und bin dann über Darüber so in dieses Thema Achtsamkeit gekommen und hatte dann, als ich gerade – das war glaube ich meine dritte Fehlgeburt.
00:15:59: Als ich die gerade hatte, war ich mitten in einem MBSR-Kurs.
00:16:02: Das ist ein Achtsamtkeitskurs über mehrere Wochen Und das war so ein Schlüsselerlebens.
00:16:08: Ich weiß noch, ich war auf der Toilette und hatte eine ganz starke Blutung und bin dann anstatt einfach zu sagen, ich brauche jetzt eine Pause.
00:16:14: Ich bin in diesen Online-Kurs zurück und dann hatten wir an diesem Nachmittag eine Stunde Meditationen mit dir selbst und deinen Gefühlen.
00:16:26: Also es war wirklich krass, weil da waren ja viele Gefühle.
00:16:29: Es war irgendwie traurig, wütend... Alles war da.
00:16:32: und dann saß ich da diese Stunde auf dem Meditationskissen Und nach dieser Stunde habe ich gemerkt Ich bin daran gar nicht gestorben an diesen Gefühlen.
00:16:44: Wer schon mal so stark gefühlt hat, der weiß das ja.
00:16:47: Gefühle geben mir das Gefühl, ich halte das hier nicht aus, schaff das nicht.
00:16:51: Genau die brechen so über einem herein und es ging mir auch dazu sitzen und zu sehen, dass ich kann das irgendwie halten.
00:17:01: Das war sowieso ein Schlüsselerlebnis.
00:17:03: Und paar Tage später saß ich im Gottesdienst ... Da kann man sich noch ganz genau erinnern.
00:17:09: Wir haben so ein Psyme gebetet, da hieß es irgendwie Herr du bist meine Zuversicht und Stärke.
00:17:14: Meine Burg auf die ich baue.
00:17:16: Und ich hatte dann diesen Gedanken Nee!
00:17:19: Ich bin das.
00:17:21: Also ich bin meine Burg Ja und ich habe gar nicht dieses Bedürfnis oder den Wunsch eine Burg außerhalb von mir zu haben.
00:17:29: Ich brauchte das nicht weil ich die Erfahrung gemacht hatte auch wenn's mal richtig schlimm ist ich kann mich irgendwie aushalten.
00:17:35: dann Und ich glaube, von da an war das so eine Dynamik.
00:17:40: Hat sich das einfach immer weiterentwickelt?
00:17:42: Ich war auch nicht ganz so zufrieden mit der Arbeit an sich und dann hatten wir schon überlegt wegzuziehen.
00:17:50: Dann in die Eifel bei meinem Mann hat er ne Firma mit dieser Fahrerei.
00:17:53: Das war für uns als Familie immer schwierig.
00:17:56: Ja, dann hatte ich irgendwann auch einfach räumlichen Abstand zum Beruf und dadurch wurde der innere Abstand vom Glauben zum Beruf auch immer größer Und dann hat sich das einfach so entwickelt.
00:18:10: Ja, alle haben immer gesagt bist du da nicht traurig?
00:18:14: Ist es ja nicht schlimm, bräust Du das denn, dass Du Pfarrerin warst?
00:18:18: und das ist aber komischerweise gar nicht so!
00:18:22: Also das war für mich wie eine... Also, man wächst halt.
00:18:25: nur meine Kinder.
00:18:26: Die wachsen ständig, brauchen da neue Schuhe!
00:18:28: Ja?
00:18:29: Ich kauf
00:18:29: irgendwie gefühlt ständig neue Schuh und so ein bisschen ist das auch so gewesen.
00:18:34: also ich bin da gewachsen und die alten Schuhen haben irgendwie nicht mehr gepasst.
00:18:39: Und das war okay.
00:18:41: Das war halt klar...ich bin da gerne drin gegangen und es aber auch einen Schmerz mich davon zu verabschieden Aber dann habe ich andere angezogen.
00:18:49: Hast du's denn dann wirklich?
00:18:51: Also so hast du einen so harten Cut gemacht, dass du sagst der Glaube spielt für dich heute gar keine Rolle mehr.
00:18:57: Du gehst nicht mehr in den Gottesdienst, du betest für dich nicht... wie ist das heute?
00:19:01: Ja genauso!
00:19:03: Das hat sich dadurch, dass wir dann auch räumlichen Abstand zu meiner Gemeinde hatten einfach auch so ergeben.
00:19:08: ich war dann schwanger als wir umgezogen sind, war krankgeschrieben in der Schwangerschaft einfach durch meine Vorgeschichte und hatte da gar keinen Kontakt mehr zur Kirche.
00:19:20: und dann war eigentlich mit der Geburt von meiner Tochter für mich auch schon klar, ich kann in diesem Beruf nicht mehr zurück.
00:19:27: Und es wurde auch immer klarer – Ich will das auch nicht!
00:19:30: Und ich habe trotzdem ein bisschen gebraucht.
00:19:32: Ich war ja auch Beamtin.
00:19:33: Das hat ja auch ganz viel mit Sicherheit zu tun.
00:19:37: Es hat schon ein bisschen Gebraucht, bis ich mich getraut hab zu sagen okay, dann mache ich wirklich den Cut?
00:19:42: Ich hatte noch mal überlegt, gibt es vielleicht eine Nische in dem Beruf?
00:19:45: Aber das wäre auch irgendwie nicht ... Es wär auch nicht authentisch gewesen.
00:19:50: Wenn man nicht mehr glaubt, kann man auch nicht für die Kirche arbeiten!
00:19:53: Also so würde ich das jetzt sagen.
00:19:54: Vielleicht macht jemand anders was anderes aber ich kann das nicht.
00:19:57: und dann hab' ich tatsächlich gekündigt... Und natürlich im meinem Umfeld gab's auch einige Dinge, die
00:20:03: gesagt haben bist du
00:20:04: eigentlich irre dass du so einen sicheren Job wegwirfst.
00:20:08: Aber ich habe wirklich eigentlich kaum keine Berührung mehr.
00:20:12: Also wenn meine Kinder natürlich fragen, die finden an meinen alten Bibeln wollen dann die Geschichten lesen und ich lese sie denen auch vor ja und spreche auch mit den darüber und mein Sohn fragte nachher was ist denn jetzt?
00:20:24: gibt's jetzt Gott?
00:20:25: Und dann sage ich ihm halt manche glauben es gibt ihnen manche glaube es gibt ihn nicht.
00:20:29: das weiß ich ja jetzt auch nicht.
00:20:30: nur weil ich nicht mehr glaube heißt das ja nicht dass das so sein muss und ich glaub das kann auch ganz anders sein.
00:20:37: also das ist mir auch ganz wichtig zu sagen jemand, der einen Schicksalsschlag erlebt.
00:20:41: Der muss doch dann aufhören zu glauben weil das passt nicht mehr zusammen.
00:20:44: Das ist einfach nur mein Weg gewesen und ich glaube andere Menschen finden vielleicht gerade dann Halt- und Trost und beides ist total okay.
00:20:55: Auf jeden Fall!
00:20:56: Ich finde es wahnsinnig mutig und ich habe dich jetzt ja vor mir während du erzählt hast.
00:21:01: Ich finde du strahlst so viel... wie soll ich das beschreiben?
00:21:06: Selbstsicherheit aus Kann sehen, dass du einfach völlig fein bist mit dem wie du deinen Weg eingeschlagen hast.
00:21:13: Und das finde ich total schön jetzt auch mit Abstand der nun schon dazwischen ist, dass Du einfach sagen kannst Das ist mein Weg!
00:21:21: Ja, das würde ich sagen, das habe ich aber auch so ein Stück gelernt in dieser Erfahrung der Fehlgeburten.
00:21:27: Also ich glaube ich wurde da wirklich und das geht vielen Frauen so man wird so reingeschmissen In einer Situation die man sich nicht ausgesucht hat Und das Leben zeigt einem mal so mit Brutalität schon auch, du hast hier nix in der Hand.
00:21:44: Also wir denken ja immer ... Wir können das kontrollieren und planen und dann mach ich in zwei Jahren so und dann hab' ich vielleicht ein sieben Jahresplan... Genau!
00:21:53: Da habe ich einfach einfach mit Wucht gelernt, nee es ist nicht so.
00:21:57: Manchmal holt's das Leben was aus der Tasche und sagt guck mal her jetzt machen wir mal so weiter und dann sich darauf einzulassen Das ist aber nichts, was man machen kann.
00:22:10: Das ist auch keine Stärke oder sonstwas.
00:22:14: Es ist ein Geschenk!
00:22:15: Also ich sehe das schon als ein Gesenk, dass mir das gelungen ist... ...dass so'n Stück in mein Leben zu integrieren und es nicht wie so'nen schwarzes Loch da bleibt, was irgendwie Energie und Freude frisst.
00:22:28: Das kann auch sein ne?
00:22:30: Ich glaube, das gibt kein richtig oder falsch oder man isst nicht besser oder schlechter wenn man schafft dass es irgendwie sinnvoll wird für einen.
00:22:39: Manchmal bleibt's vielleicht auch ein schwarzes Loch und dann hat das keinen Sinn, aber das heißt ja nicht, dass der Rest vom Leben nicht trotzdem schön und sinnvoll sein kann.
00:22:48: Aber ich hab das Glück gehabt, dass ich ... Ja, für mich so einen Sinn finden konnte in dem was mir passiert ist und das sehe ich schon als echten Geschenk an.
00:22:59: Wann hast du gemerkt, dass es dir total wichtig ist mit anderen darüber in den Dialog zu kommen und du auch gemerkt hast.
00:23:05: Du möchtest andere Frauen unterstützen die auch diese Erfahrung gemacht haben ihnen vielleicht auch einfach den Raum öffnen das da sein darf
00:23:13: Als ich mit meiner Tochter dann schwanger war, da sind wir ja umgezogen.
00:23:17: Und ich hab ne neue Hebamme mir suchen müssen auch und klar die machte eine Anamnese und dann sagt sie wow viel geburten.
00:23:24: und dann kamen wir so über dieses Thema ins Gespräch und sie sagte Ja, ich find das immer so schwer.
00:23:29: Dann kommen die Frauen zu mir und ich weiß gar nicht kann die gar nicht begleiten Ich habe keine Kapazität.
00:23:34: Und dann war das so, dass ich gesagt habe, ja, dann mach' ich das.
00:23:37: Ich hab mich hinterher ein bisschen erschrocken über mich selbst.
00:23:41: Habe ich das jetzt echt gesagt?
00:23:44: Ja.
00:23:44: Dann hat sie mich nach der Geburt nochmal angesprochen und hat gesagt, möchtest du wirklich ... Ich geb dir einen Raum!
00:23:51: Und ich hab auch eine andere
00:23:52: Mama."
00:23:53: die das auch machen möchte.
00:23:55: Das war so ein Zufall, wie das Leben manchmal zur Fälle machte.
00:23:58: Das waren Katrin eine Frau mit der ich in der Schule war und Abitur gemacht habe.
00:24:03: Wie lustig!
00:24:04: Ihr kanntet euch?
00:24:05: Genau
00:24:05: wir kannten uns aber wir kannte unsere Geschichten nicht.
00:24:08: Und Katrin und ihr Mann haben auch ihren Sohn verloren gehabt und sie wollte auch gerne was machen.
00:24:13: Dann haben wir gesagt komm?
00:24:14: dann machen wir es zusammen.
00:24:15: Dann ist man nicht alleine.
00:24:18: und dann haben wir das gestartet über Instagram Sag ich mal, publik gemacht haben Flyer hier oder da im Kindergarten bei uns aufgehängt.
00:24:27: Und dann kam die Mamas und wir haben gemerkt ... Da ist Bedürfnis total.
00:24:36: also es kommen auch immer noch.
00:24:37: diese Gruppe ist jetzt seit etwa, würde ich sagen drei Jahren machen wir die und das kommt immer wieder neue Frauen so ein paar die dabei bleiben.
00:24:45: aber Es ist so wichtig dass das da ist.
00:24:50: Ich glaub, es hat in mir drin auch selber noch mal ein bisschen was geheilt.
00:24:54: Also mich haben natürlich auch viele gefragt, heißt das nicht immer wieder eine Wunde auf?
00:24:58: Da wieder und wieder in dieses Thema reinzugehen?
00:25:01: aber... Das ist irgendwie von der falschen Seite gedacht weil wir Frauen die das erlebt haben Wir haben das ja immer dabei im Gepäck!
00:25:09: Das ist ja nicht nur weil ich jetzt nicht drüber rede tut's nicht weniger weh sondern im Gegenteil sich nochmal bewusst Zeit zu nehmen, einen Raum zu schaffen wo die Gefühle da sein können.
00:25:20: Dann überrumpeln sie einen nicht morgens beim Kaffee machen oder so weil die finden ihren Weg und den Raum mit anderen Frauen auch Erfahrungen zu teilen und zu sehen, da bin ich gar nicht alleine das ist total wichtig.
00:25:36: Also das würde ich auf jeden Fall unterschreiben.
00:25:38: Mir ist es bei der Podcastreihe, wir sind ja jetzt schon in der zweiten Staffel auch immer so aufgefallen und mich fragen auch immer viele, ah du willst immer wieder in dieses Thema rein?
00:25:48: Natürlich holt das die eigene Geschichte immer wieder dazu.
00:25:51: aber mir geht's wie dir und am Ende des Tages finde ich es immer so schön dass man dadurch in Verbindung kommt weil es direkt zu einer ehrliche tiefe Verbindung ist und ich es ganz schön finde, wenn das eigene Erleben dem anderen vielleicht einfach einen Impuls mitgeben kann.
00:26:06: Und man sehen kann ach guck mal mit ein bisschen Abstand wirds auch wieder anders und dann ist es was ganz wertvolles, was kostbares.
00:26:13: Total!
00:26:13: Das nehme ich auch so wahr und das bekomme ich auch als Rückmeldung von den Frauen aus dieser wir nennen die einfach Sternen-Müttergruppe.
00:26:21: So haben wir das mal genannt diese Rückmeldung einfach jemanden zu treffen, dem man nicht erst erklären muss warum es einem so geht sondern die wissen das.
00:26:33: Obwohl jeder seine unterschiedlichen Erfahrungen gemacht hat.
00:26:36: manche haben das Baby kurz nach der Geburt verloren andere hatten eine frühe Fehlgeburt.
00:26:40: also wir sind da ja wirklich alle mit verschiedenen Geschichten manche sind mit nem Abbruch dar aber trotzdem diesen Schmerz was zu verlieren was man geliebt hat Das verbindet einen total und Das ist auch so ein Raum, der tut's so gut.
00:26:56: Weil man da einfach weiß hier kann ich auch sagen was ich fühle und denke ohne verurteilt zu werden weil das ist schon einen Unterschied ob ich mit jemand spreche der auch in Verlust erlebt hat oder nicht.
00:27:09: Man kann man kann einfach nicht alles nachempfinden und dafür so sehr man sich auch bemüht und anstrengend.
00:27:15: Ich merke es schon auch in meiner Arbeit wenn Frauenbegleite, auch in der Einzelbegleitung.
00:27:23: Es ist ein anderer Zugang einfach weil wir stehen schon auf derselben Stufe.
00:27:28: Ich muss mich nicht anstrengen erstmal zu der Frau hinzukommen sondern ich weiß wovon die redet.
00:27:33: Ja und das schafft sofort so einen Band.
00:27:35: Auf jeden Fall ja.
00:27:37: Ich muss gerade darüber nachdenken wie ist es denn?
00:27:40: Wie nimmst du das wahr mit den Partnern die dazugehören?
00:27:43: Die haben ja auch ein Kind verloren sie haben's nicht so Körperlich gespürt wie die Frau, die das ja nochmal ganz anders betroffen hat.
00:27:51: Wie hast du das wahrgenommen?
00:27:52: Vielleicht in deiner eigenen Geschichte aber jetzt auch in dieser Gruppe.
00:27:56: Das ist ein Riesenthema tatsächlich auch immer weil die Partner einfach nicht so nah dran sind.
00:28:02: Es macht schon noch mal einen großen Unterschied ob man das Baby früh verloren hat oder später, ob der Partner das vielleicht selber noch in den Arm nehmen konnte.
00:28:11: Oder wie einfach eine Vorstellung erst mal geblieben ist.
00:28:16: also es war schon auch in unserer Partnerschaft nicht so einfach weil mein Mann natürlich nicht so nah dran war und glaube ich irgendwann diesen Wunsch hatte auch jetzt dass es mal wieder gut sein soll.
00:28:27: ja und zu dem damaligen Zeitpunkt konnte ich das gar nicht.
00:28:32: Ja,
00:28:32: ich konnte das nicht verstehen warum das so ist und hab gedacht vielleicht trauert er weniger oder nicht genug.
00:28:38: Und irgendwann habe ich aber verstanden dass es auch in Ordnung dass jeder seine eigene seinen eigenen Trauerweg findet und deswegen ist nicht der eine besser der andere schlechter Und ich war natürlich auch viel näher dran.
00:28:51: Ja, klar!
00:28:52: Ich finde ganz wichtig ist bei diesem Punkt man trauert ja nicht nur um das Baby sondern man traut ja um alles was mit einem passiert.
00:28:59: Man trauern eine Version von einem die es nicht mehr gibt um Erfahrungen die man machen musste Um soviel mehr als in Anführungszeichen nur um einen Mensch den man verloren hat Und das kann natürlich ein Partner gar nicht mitempfinden, weil er es nicht erlebt hat.
00:29:15: Und wir sprechen tatsächlich in der Gruppe auch deswegen ist sie aber auch nur für Frauen.
00:29:20: Auch über dieses Thema öfter mal, weil dass viele so schwierig als schwierig empfinden und dann ist es eine total große Erleichterung zu hören.
00:29:28: Ach echt?
00:29:29: Bei euch war das auch so!
00:29:31: Und dann ist es ja vielleicht normal.
00:29:33: Dann ist einfach diese zusätzliche Last, die kann man schon mal ablegen und sagen okay, dann ist das vielleicht so.
00:29:40: Und es gibt aber also Katrin und ihr Mann haben auch noch zusätzlich eine Gruppe wo sich auch die Eltern Paare treffen können.
00:29:47: Dass auch die Väter vielleicht die Möglichkeit haben, die das wollen, sich zu treffen, sich auszutauschen.
00:29:53: Das ist total wertvoll, glaube ich
00:29:56: Auf jeden Fall.
00:29:57: Ich glaube, da gehören einfach immer beide dazu und ich finde es ganz schön wie du beschrieben hast dass jeder seine Art hat mit der Trauer umzugehen.
00:30:05: Ja das muss man halt auch erstmal akzeptieren.
00:30:07: Das ist ja auch ein Lernprozess zu sehen.
00:30:10: Man is ja nur bei sich in Trauer ist man sehr bei sich Und dann so sagen okay aber Du machst deins und ich mach meins und beide sind in Ordnung.
00:30:20: Trotzdem sind wir ein Wir
00:30:21: auf
00:30:22: jeden Fall.
00:30:23: Ich würde gerne noch auf einen Punkt eingehen, den du anfangs gesagt hast.
00:30:26: Dass du dich gefragt hast, habe ich was falsch gemacht?
00:30:30: So dieses mit dem eigenen Verhalten vielleicht auch mit dem eigenem Körper Struggeln.
00:30:35: Das hab' ich tatsächlich aus meinem Freundeskreis auch von einigen gehört die sich gefragt haben warum kann mein Körper das nicht also so sehr hart mit sich selber auch sein?
00:30:44: wie nimmst du diesen Aspekt wahr und was gibst du vielleicht auch Frauen mit auf den Weg die diese Gedanken haben?
00:30:52: Also dass ist schon groß würde ich sagen, vor allem in der Situation wo es halt passiert ist weil man sogar keinen Abstand nehmen kann.
00:31:01: und das auch immer wieder ein Thema von Frauen.
00:31:06: Was ich ihnen mitgebe ist einfach dass sie versuchen so einen melden Blick auf sich zu üben.
00:31:15: Meistens ist es ja wirklich so wenn man jetzt nicht gerade weiß ich nicht dass man wirklich nicht weiß, warum es passiert ist.
00:31:28: Und meine Frauenärztin hat auch mal zu mir gesagt ... Also so was können Sie gar nicht machen um das zu provozieren?
00:31:36: Da müssten sie schon mit Absicht machen und einfach zu üben dem Körper auch zu verzeihen ein Stück.
00:31:44: Wir machen auch manchmal Achtsamkeitsübungen am Anfang von unseren Treffen.
00:31:49: Da baue ich das schon auch immer mit ein.
00:31:51: Zum Beispiel mal die Hände auf den Bauch zu legen und was freundliches Wortes sagen, dem eigenen Bauch.
00:31:59: Ich habe lange mit meinem Bauch gehadert.
00:32:04: Das Baby ist da drin gestorben, sondern man verurteilt irgendwie den Körper ja so insgesamt.
00:32:10: dafür wird manchmal hart und zu üben... meinen Körper wirklich freundlich anzusehen und bewusst mal vielleicht in so einer Meditation oder einfach vom Spiegel stehen.
00:32:19: Und sich man so selber in den Arm zu nehmen, um sich selber was Gutes zu sagen.
00:32:25: Schlechte Gedanken das macht der Kopf ja von selbst.
00:32:27: Das
00:32:27: macht er alleine.
00:32:27: Die haut er raus.
00:32:29: aber sich dann bewusst mal zu sagen danke dass du mich durch das Leben trägst und sich auch vielleicht ich habe mich auch einmal entschuldigt dass ich so hart war zu mir selber das hilft schon.
00:32:42: Insgesamt einfach so ein bisschen die Augen weich werden lassen, wenn man sich selber anguckt.
00:32:47: Ich glaube das hilft allen Menschen, die schwere Dinge erleben.
00:32:51: Ja ich fand es gerade sehr schön als du gesagt hast Es gibt vielleicht auch gar keinen Grund, das einfach auch zu akzeptieren.
00:32:59: Genau!
00:32:59: Das ist auch schwer dass.
00:33:01: meine Frauenärztin wollte auch gerne, dass wir eine genetische Analyse mal machen woran es liegt und ich habe gemerkt ich wollte das nicht.
00:33:09: Ich hatte für mich gesagt, das hat einmal geklappt.
00:33:13: Also wird es so nicht sein und entweder es funktioniert noch mal oder ich muss irgendwie für mich annehmen dass es halt nicht mehr
00:33:20: geht.".
00:33:21: Ja ja... Das finde ich ziemlich groß das so für dich zu sagen!
00:33:28: Wir haben im Vorgespräch auch noch ein bisschen über Sprache geredet wie Sensible oder eher auch unsensibel manche da sind.
00:33:36: Das habe ich tatsächlich jetzt in diesem Trauer-Themenkomplex an sehr verschiedenen Stellen gemerkt, aber gerade auch bei dem Thema.
00:33:43: also Ich hab im Vorfeld mal versucht mir so ein paar Sätze zusammen zu sammeln.
00:33:47: Da gibt es Dinge die man nicht hören will.
00:33:49: zum Beispiel Ah du bist doch noch so jung ihr könnt doch noch viele Kinder bekommen.
00:33:53: Oder Du hast mir erzählt dass du darauf angesprochen wirst warum deine Kinder So viel Altersunterschied haben.
00:34:00: Hast du da irgendwas, was du den Frauen damit gibst?
00:34:03: Wenn sie von so unsensiblen Sachen überfallen werden.
00:34:06: Wie reagiert man darauf?
00:34:08: Das ist ganz schwierig und auch ganz unterschiedlich.
00:34:13: Und was mir persönlich hilft, ist immer dieser Perspektivwechsel und sich selber bewusst zu machen der andere Mensch, der mir das sagt.
00:34:23: Der sagt das gerade nicht weil er mich verletzen will sondern er sagt es vielleicht aus einem Stück Unsicherheit.
00:34:30: Also meistens sind diese Sätze ja da, um alles wieder gut zu machen.
00:34:34: Ja genau.
00:34:35: Ich möchte aber dass es jetzt wieder gut ist ne?
00:34:37: Das sagen ja Menschen, jetzt ist das vielleicht auch mal und gucken wir oder wenn dann das Kind gesund zur Welt kommt, das Regenbogen Baby nach dem verstorbenen Kind, achja guck mal jetzt ist doch alles wiedergut!
00:34:48: Ich meine wir wünschen uns das alle so ein heiles Leben, dass alles gut ist Schicksalen begegnen, die zeigen es ist aber nicht immer alles gut und im Leben können schlimme Sachen passieren.
00:35:00: Dann macht das ja auch was mit mir selber weil das heißt ja auch mir kann sowas auch passieren also irgendwas Schlimmes.
00:35:07: Und ich versuche den Frauen in der Gruppe manchmal dann auch zu sagen aus so einer Haltung heraus kommt dass Aber es ist natürlich auch ein Stück unfair Weil wieder die Menschen die eh schon viel tragen Dann auch noch dafür verantwortlich sind das zu deuten für sich dass dem anderen vielleicht zurückzumelden, zu sensibilisieren.
00:35:28: Also diese Menschen denen das weh tut, die eigentlich ihre Kraft für was anderes bräuchten, die müssen dann die Arbeit noch leisten und ... Das ist in jedem Thema so, dass die Menschen, die es betrifft auch die sind, die das merken und die vielleicht dann auch manchmal die Stärke haben müssen zu sagen, das tut mir weh.
00:35:49: Das möchte ich nicht.
00:35:51: Und da ist halt super schwer gerade wenn's von Mama, Schwiegermama.
00:35:55: Auf jeden Fall!
00:35:55: Von diesen Seiten kommt es tatsächlich oft weil die natürlich kommen auch aus einer Generation schwamm drüberkommen.
00:36:03: Geht jetzt weiter wird nicht mehr geheult da so sind ja aufgewachsen und das finde ich muss man auch so ein Stück anerkennen dass man das nicht zu doll verurteilt dieses Stecken ja auch in ihrer Haut
00:36:16: Ja Meinen es dann oft gar nicht so, wie's bei einem ankommt.
00:36:19: Ja absolut!
00:36:20: Und
00:36:20: dafür denke ich ist aber halt einfach wichtig dass immer mehr Menschen darüber sprechen das is weh tot, dass das Teil des Lebens ißt und ich glaub unsere Generation macht da ja auch ganz viel.
00:36:33: Ja das erlebe ich auch, sodass sich das sehr verändert hat.
00:36:37: Hast du für dich in deinem oder in eurem Familienalltag Rituale bestimmte Zeiten, Tage an denen du auch an die Sternen Kinder denkst.
00:36:47: Also sind die Teil eures Familienlebens?
00:36:50: Tatsächlich habe ich keine Rituale oder so einen besonderen Tag.
00:36:54: das machen ja manchmal Familien dass sie den Geburtstag oder Todestag dann auch feiern.
00:37:01: Ich spreche mit meinen Kindern schon relativ viel darüber wenn das von denen kommt.
00:37:05: Die wissen auch dass sie quasi Geschwisterkinder haben die gestorben sind und Manchmal kommt es dass Sie dann drüber sprechen wollen.
00:37:13: Also ich würde sagen, das ist einfach Teil meiner Geschichte.
00:37:17: Es gehört zu mir und zu uns, dass die da sind.
00:37:21: Und das ist für meine Kinder auch wichtig, dass sie das fragen dürfen – und für mich auch!
00:37:26: Aber ich muss sagen... Ich habe auch das Gefühl es ist in Ordnung für mich.
00:37:33: Also, das darf auch ganz anders sein.
00:37:36: Das darf, denke ich, nie in Ordnung sein.
00:37:39: Aber meine Tochter hat natürlich ganz viel geheilt für mich.
00:37:43: Meine Tochter, die ja nicht da wäre wenn eins von den anderen Kindern geboren worden wär und das ist für mich manchmal so ein erschreckender Gedanke aber auch total tröstlicher weil ich ganz dankbar bin dass sie da ist und Sie hat schon ganz viel geheilt.
00:38:02: Wie schön.
00:38:02: Ein richtiges Regenbogen oder Sonnenkind, finde ich auch ein schönes Wort.
00:38:08: Ja
00:38:08: das ist ein sehr schönes Wort.
00:38:11: Du strahlst doch gerade richtig?
00:38:12: Ja!
00:38:13: Wie schön!
00:38:15: Mira, ich würde mit dir ganz gerne nochmal ein bisschen auf deine Arbeit schauen die du heute machst.
00:38:20: Ich habe ja am Eingangs gesagt, du bist Freieretnerin also du begleitest Hochzeiten aber auch Trauerfeiern und Willkommensfeiern.
00:38:29: Das sind jetzt Dinge, die du als Pfarrerin auch gemacht hast.
00:38:33: und warum hast du gesagt, doch das ist aber das was ich weitermachen möchte.
00:38:39: Das war eigentlich das, was mir als Pfarrerin am meisten Spaß gemacht hat.
00:38:43: Also diese Casualien heißt es ja im Fahrberuf also die Lebensabschnitte begleiten von Menschen und Seelsorge.
00:38:50: Das waren so meine Lieblings-Arbeitsteile im Fahr beruf Und als ich dann aufgehört habe, mir war schon klar Ich möchte schon mit Menschen weiterarbeiten.
00:39:01: Wir leben in Deutschland, das ist nicht so ganz einfach.
00:39:04: In einen anderen Beruf reinzukommen wenn man kein entsprechendes Studium oder Ausbildung hat.
00:39:08: Das habe ich auch gemerkt.
00:39:10: also hab ich gesagt okay bevor ich mich jetzt hier verbiege und nochmal in ein Studium Oder sowas starte Ich versuche es einfach mal Und haben mir dann die Sachen raus gepickt?
00:39:19: Ich habe mit Hochzeiten angefangen das erste Jahr dann eben nur Hochzeite gemacht.
00:39:23: aber da habe ich gemerkt Mir hat was gefehlt und Dann habe ich als zu die Hochzeit Saison rum war eine große Rundtour zu den Bestattern und Bestatterinnen in unserer Gegend gemacht.
00:39:34: Und gesagt, hallo ich bin hier!
00:39:35: Ich würde gerne mit euch
00:39:36: zusammenarbeiten.".
00:39:37: Und dann hat sich das auch relativ schnell entwickelt dass ich auch viele Beerdigungen begleite und für nächstes Jahr tatsächlich sogar nur noch Beerdigung mache.
00:39:47: also letztes Jahr habe ich eine Hochzeitspause.
00:39:49: ja weil ich gemerkt hab muss ein bisschen mit dem Pensum sparen einfach familien situationsbedingt.
00:39:56: Ja, wer braucht mich mehr?
00:39:58: Also ich glaube Menschen die Abschied nehmen müssen brauchen mich mehr.
00:40:02: Und ich mach das auch gerne.
00:40:03: Habe ich als Fahrerin schon immer gern gemacht, Beerdigungen mache ich einfach gerne und es ist schön Leute zu begleiten und ihnen auch was mitzugeben.
00:40:13: Ich musste tatsächlich schon so ein bisschen nochmal den Blick üben.
00:40:17: Was sag' ich denn?
00:40:18: Als Hoffnung am Ende wenn ich jetzt nicht einfach sagen kann Aber wir sehen uns ja bei Gott alle wieder Das war früher quasi die Hoffnung wie viele Hoffnungen auch außerhalb von Religion eigentlich steckt.
00:40:32: Das war total schön, eine ganz spannende Reise.
00:40:34: auch noch mal und das ist einfach schön.
00:40:38: Und manchmal ergibt sich dann aus so einer Beerdigung auch noch ne Trauerbegleitung im Anschluss dass jemand sagt ich hab das Gefühl ich möchte aber nochmal sprechen darüber und dann habe ich ja so ein Angebot das nennt sich Walk and Talk.
00:40:53: Also ich gehe mit den Menschen dann durch den Wald oder durch die Felder und wir sprechen, weil manchmal braucht man ja wirklich nur jemand der einem mal zuhört.
00:41:03: Und einem vielleicht mal die richtigen Fragen stellt damit man einen Schritt weitergehen kann.
00:41:08: Man braucht glaube nicht immer für alle, für jedes Problem eine Therapie und die Therapieplätze sind so überlastet dass ich denke, vielleicht ist es eine Zwischenlösung.
00:41:18: Also ich bin keine Therapeuten, das ist mir ganz wichtig und so arbeite ich auch nicht.
00:41:22: Wenn ich das Gefühl habe jemand hat ein so großes Problem dann empfehle ich den auch immer weiter in professionelle Hände.
00:41:29: aber ja manchmal brauchen Menschen ne Brücke.
00:41:32: zwischen mir geht's nicht gut und ich warte auf dem Therapieplatz oder tatsächlich einfach nur mal jemand der ihnen zuhört
00:41:40: wertfrei zuhört, oder?
00:41:41: Ja genau.
00:41:42: Der einfach wie so ein Freund in den Ohr,
00:41:46: sag
00:41:46: ich mal.
00:41:47: Einfach hört und fragt.
00:41:50: Also es gibt gar nicht besonders viele Ratschläge.
00:41:53: Ich frage ganz viel weil ich glaube für viele Schwierigkeiten haben wir echt die Lösungen wenn's überhaupt Lösungen gibt oder die Hilfen haben wir schon in uns drin.
00:42:06: Ja das glaub' ich auch Und oft braucht's einfach diesen Raum dafür.
00:42:09: Genau, und das Draußensein, das Gehen, das hilft dabei total.
00:42:14: Auf jeden Fall!
00:42:15: Das war so ein bisschen aus der Not geboren, ich hatte halt keinen Raum... ...und dann hab' ich das gelesen mal dass in New York wohl teilweise Therapeuten ihre Praxen zumachen und nur noch spazieren gehen mit ihren Klientinnen und Klienten also im Central Park gehen die dann rum und dann dachte ich ja komm wir sind jetzt in der Eifel Wald und Wiesen, da gibt es genug.
00:42:36: Dann mach ich das!
00:42:37: Ich finde aber auch dass das oft hilft dieses in Bewegung sein weil sich dann alles entsprechend mit verteilen kann im Körper und man aus diesem Gefühl des Feststeckens wieder rauskommt.
00:42:47: Total!
00:42:47: Und auch da passieren einfach ja auch Dinge währenddessen wir gehen auch manchmal an Orten die ich mich nicht so gut kenne, dann müssen wir zusammen einen Weg suchen... Das sind einfach Dinge helfen dabei auch oben im Kopf was zu lösen.
00:43:03: Weil man macht, was man denkt und man denkt was man macht.
00:43:07: also es hängt ja ganz stark zusammen.
00:43:10: Auf jeden Fall!
00:43:11: Und ich muss gerade an die Achtsamkeit denken, die kann man ja auch in der Natur wunderbar üben.
00:43:16: wenn einem ein Tier begegnet, man etwas hört dann ist man auch für den Moment einfach dort und kann da eintauchen.
00:43:23: Ja das stimmt.
00:43:24: Ja sehr Vera, wir haben jetzt eine große Reise durch deine Geschichte gemacht.
00:43:30: Ich danke dir vor allem für deine Offenheit, dass du uns so von deiner Geschichte erzählt hast und uns teilhaben lassen.
00:43:37: Wenn du jetzt ein bisschen nach vorne schaust sagen wir mal so drei fünf Jahre.
00:43:42: was würdest du dir wünschen für diesen Themenkomplex Stern-Kinder?
00:43:47: Ich würde mir wünscht wenn eine Frau erfährt das ihr Baby gestorben ist, dass sie gleich Hilfen an die Hand bekommt dass Menschen die diesen Frauen als erstes begegnen, dass sie sich darin üben freundlich und empathisch zu sein.
00:44:06: Und das die Frauen im besten Fall vielleicht irgendwie so ein Flyer in die Hand gedrückt bekommen.
00:44:11: Da kannst du anrufen, wenn du Hilfe brauchst.
00:44:14: Hier ist ein oder zwei Bestatterinnen und Bestatter die sich damit auskennen.
00:44:18: Die dein Baby vielleicht beerdigen für dich.
00:44:22: Dass man nicht das Gefühl hat so alleine zu sein.
00:44:25: Ja Das würde ich mir wirklich wünschen vor allem wenn Frauen in Krankenhäuser kommen dass sie eben ja das Gefühl haben Ich werde hier gesehen mit meinem Schmerz und der wird nicht weggewischt, sondern er darf da sein neben aller Routine die es braucht.
00:44:41: Das würde ich mir vor allem wünschen.
00:44:45: Das klingt sehr schön!
00:44:48: Vera vielen vielen Dank dass du heute bei mir im Studio warst.
00:44:51: Es hat mir sehr viel Freude gemacht mit dir ins Gespräch zu gehen diesen Themenkomplex hörbar und damit ja auch irgendwie sichtbar zu machen Und ich finde es so wertvoll das du dich dafür einsetzt.
00:45:02: Vielen, vielen Dank.
00:45:03: Ja ich danke dir auch dass ich hier sein durfte mit diesem Thema.
00:45:07: Das war Überleben der Podcast über Tod und Trauer Mit mir Nina Borowski.
00:45:12: Ihr findet alle Folgen auf www.rhein-zeitung.de.
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