Folge 13: „Ich bin bei mir angekommen“
Shownotes
Wie behält man den Fokus auf dem Leben, wenn man sich plötzlich mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert sieht? In einer neuen Folge von „überLeben“, dem Podcast über Tod und Trauer, spricht Ina Rohlandt mit Host Nina Borowski darüber. Ina Rohlandt ist seit 2016 die Geschäftsführerin des Koblenzer Hospizvereins. Durch eine Krebserkrankung hat sie sich mit ihrem eigenen Tod auseinandergesetzt.
Auch wenn die 58-Jährige Glück hat und ihre Erkrankung gut ausgeht, hat sie diese Zeit doch verändert. Die „Powerfrau Ina“ wiegt zwischenzeitlich nur noch 49 Kilo und wird immer schwächer. Lange wissen die Ärzte nicht, was los ist. Dann gibt es Gewissheit und eine Diagnose. Es ist Krebs. „Das ist nicht schön, aber dann weiß man, was zu tun ist. Ich kam aus der Ohnmacht wieder in die Aktion“, sagt die 58-Jährige und ergänzt: „Es geht um das Annehmen von veränderbaren Plänen. Das nimmt die Angst. Denn Angst ist Ohnmacht. Das darüber reden hilft, aus der Ohnmacht zu kommen.“
Das Erleben und Durchleben dieser Zeit hat ihr auch mit Blick auf ihren Beruf gezeigt: „Als erkrankte Person möchtest du Begegnung auf Augenhöhe. Du willst nicht permanent in so einen Mitleidsteil gerückt sein“, erzählt Rohlandt. Es gehe darum, Menschen auf ihrem individuellen Weg zu begleiten und zu unterstützen, auch wenn man nicht alles für gut und richtig befindet.
Die Arbeit als Geschäftsführerin im Hospizverein ist für Rohlandt in erster Linie eine Haltungsfrage. Damit meint sie die Haltung zum Thema Tod: „Wie begegne ich dem Tod? Wie setze ich mich mit etwas auseinander, was kommen wird?“ Zurück im Berufsalltag möchte sie sich hierfür weiter starkmachen: „Das ist auch meine Aufgabe als Geschäftsführerin, einen Rahmen zu schaffen, in dem vieles möglich ist“, sagt sie. Beim Thema Dialog ist es Rohlandt wichtig, sich auf das Gegenüber einzulassen. Denn sie betont: „Jede Generation hat einen anderen Umgang mit dem Thema.“
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